Doing Retiring - The Social Practices of Transiting into Retirement and the Distribution of Transitional Risks

Dr.in Anna Wanka

Mit dem Altern der „„Baby Boomer“ beenden in den kommenden Jahren mehr und mehr Menschen ihr Arbeitsleben und gehen in Rente. Dieser Übergang wird von verschiedenen Institutionen und gesellschaftlichen Diskursen geprägt und birgt Risiken und Chancen, mit denen verschiedenen Personengruppen auf unterschiedliche Art und Weise umgehen.  Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit den sozialen Praktiken des „„in-Rente-Gehens“  und fragt: Wie wird der Übergang zwischen Erwerbsleben und Rente durch soziale Praktiken ausgeführt? Welche sozialen Institutionen prägen diesen Übergang? Wie wird er diskursiv artikuliert? Und welche Unterschiede finden sich dabei zwischen den verschiedenen Statusgruppen?

Methodisch begleitet das Projekt 15 ältere Menschen durch den Prozess der Pensionierung, von vor dem Rentenantritt bis drei Jahre danach. In einer qualitativ fokussierten Längsschnittstudie werden episodische Interviews mit Tagebucheinträgen und nicht-teilnehmender Beobachtung trianguliert.

Damit verfolgt die Studie drei Ziele:
a) den Pensionierungsprozess und die darin involvierten Institutionen und Diskurse aus praxeologischer Perspektive auf ganzheitliche und umfassende Weise zu beschreiben,
b) Statusgruppen in ihren sozialen Praktiken der Übergangsbewältigung zu vergleichen und zu analysieren, inwieweit diese Praktiken zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten über den Lebenslauf beitragen, und
d) Praxisimplikationen für Angebote von Bildungsinstitutionen (insbesondere Beratung) an der Schnittstelle vom Übergang aus dem Erwerbsleben in die Rente abzuleiten.

Die Ergebnisse sollen Anknüpfungspunkte für die Erforschung anderer Übergänge aus dem Erwerbsleben, etwa in die Arbeitslosigkeit oder Karenz, für die Erforschung der Reproduktion sozialer Ungleichheiten in Übergängen und die Rolle von Beratung in Bildungs- und Übergangsprozessen bieten.