„„Jugendweihe machen“ - Zur sozialen Herstellung und Gestaltung eines Übergangs(-rituals)

Dipl.-Päd. Julia Prescher

Die Dissertation thematisiert Übergänge in das Jugendalter deren rituelle Inszenierung.  Am Beispiel von Jugendweihe, als einer auf den deutschen Raum (insbesondere auf die Gebiete der ehemaligen DDR) begrenzten kulturellen Praxis der Inszenierung des Übergangs und der Herstellung von Jugend, besteht das Forschungsinteresse darin, Praktiken der Herstellung und Gestaltung des Übergangs(-rituals) mit besonderem Fokus auf das damit verbundene Wechselspiel zwischen der institutionellen und individuellen Ebene zu erforschen. Mit ethnografischen Zugängen, und dem Interesse an ritueller Inszenierung und lebensweltlicher Einbettung des Übergangs, wird der Frage nachgegangen, wie sich Jugendliche (und signifikante Andere) Jugendweihe als Inszenierung sowie die damit verbundenen Anforderungen des Statuswechsels (biografisch) aneignen und diese gestalten, insbesondere vor dem Hintergrund institutioneller Verständnisse und Gestaltungsweisen als Bildungs(an)gelegenheit. Die Dissertation erweitert den Forschungsstand indem sie fragt, inwiefern sich gesellschaftliche Anforderungen der Moderne und besonders deren Folgen für Lebens(ver)läufe und Biografien in Makroritualen der Initiation wiederspiegeln. Dies kennzeichnet auch die Relevanz der Forschung für das Graduiertenkolleg Doing Transitions. Die theoretischen Grundlagen des Projekts bilden Praxis- und Ritualtheorien. Mit ethnografischen Methoden werden Daten zu neun jungen Menschen im Alter von 14-17 Jahren über den Prozess des „„Jugendweihe-machens“ hinweg erhoben. Das Sample umfasst darüber hinaus unterschiedliche institutionelle (Familie und Kinder- und Jugendhilfe) und lokale Rahmungen (v.a. der ländliche Raum im Osten Deutschlands).