Übergänge in gemeinschaftliche Mehrgenerationenwohnprojekte

Helena Müller, M.Sc.

Angesichts des demographischen Wandels stellt sich die Herausforderung neuer Wohnlösungen, zu denen auch gemeinschaftliche Mehrgenerationenwohnprojekte gehören. Trotz der gesellschaftlichen Relevanz dieser Entwicklung und der psychologischen Bedeutsamkeit von Wohnen und Wohnentscheidungen auch im hohen Alter, wurden Übergänge ins gemeinschaftliche Wohnen aus psychologischer Sicht bisher kaum empirisch untersucht. Auf Grundlage umweltpsychologischer und ökogerontologischer Zugänge fokussiert das Promotionsprojekt daher individuelle Übergänge aus dem konventionellen Wohnen in ein gemeinschaftliches Mehrgenerationenwohnprojekt. Dabei bilden (1) die Beschreibung von Entscheidungsprozessen sowie (2) Veränderungen ausgewählter psychologischer und sozialer Indikatoren im Übergangsverlauf das Zentrum der Arbeit. Zur empirischen Untersuchung dieser Fragestellungen nehmen Umziehende zu zwei Messzeitpunkten wahlweise an einer Online-Befragung oder einem face-to-face Interview teil. Zusätzlich ermöglicht eine Online-Befragung vonNicht-Umziehenden, deren Einstellungen gegenüber gemeinschaftlichen Wohnprojekten zu zwei Messzeitpunkten zu ermitteln und Umziehende mit Nicht-Umziehenden zu vergleichen. So können aus der Analyse der persönlichen Bedeutung eines Übergangs in diese „alternative“ Wohnform auch gesellschaftsrelevante Hinweise bezüglich der Umsetzung solcher Projekte abgeleitet werden.