Zeit für den Alleingang

Tabea Freutel, M.A.

Im Rahmen des Promotionsvorhabens „Zeit für den Alleingang” soll der Übergang von unselbstständiger zu selbstständiger Mobilität (CIM Children´s Independent Mobility) von Kindern in verschiedenen urbanen Quartieren untersucht und mit Ergebnissen aus zwei weiteren europäischen Städten verglichen werden. Ziel ist es neue Erkenntnisse über die Kinder als Akteure bei diesem Übergang zu gewinnen (1), den Übergang mit den Wechselwirkungen auf die Familie zu betrachten (2) und in aktuelle gesellschaftliche und soziale Veränderungen (3) einzuordnen. Die Mehrheit von Kindern in der Europäischen Union lebt heute in Städten. Kinder wachsen zunehmend insuliert und institutionalisiert auf (Zeiher, 1998). Seit den 70er Jahren untersuchen Städteplaner, Psychologen und Soziologen Kinder im öffentlichen Raum. Aus dieser Zeit stammen die grundlegenden Studien von Kevin Lynch (Growing Up In Cities) und Mayer Hilmann, der den Begriff der CIM (children´s independent mobility) prägte. Bereits in den 90er Jahren konnte ein drastischer Rückgang der CIM im Vergleich zu den 70er Jahren festgestellt werden. Die neuste Untersuchung von 2010 zeigt, dass dieser Trend sich weiter fortsetzt. (Shaw et.al. 2015). Der individuelle Übergang zur selbstständigen Mobilität findet in der Übergangsforschung bislang keine Beachtung, dabei beeinträchtigt CIM die Gestaltung des Lebens von Kindern grundlegend und langfristig. Diese Lücken sollen durch die Arbeit geschlossen werden. Dabei steht die Frage nach dem „Wie” im Zentrum des Promotionsvorhabens.